mobile.cologne

Der erste Stammtisch der mobile.cologne fand gestern im Gaffel direkt beim Kölner Hauptbahnhof statt. Organisiert von Lars Pfannenschmidt und Christoph Jerolimov traffen sich Programmierer und andere am Entwicklungsprozess mobiler Anwendungen beteiligten Personen zu gutem Essen und leckerem Kölsch. Die Atmosphäre war äußerst angenehm und entspand. Die Gespräche waren sehr gut und haben mir persönlich etwas gebracht. Das nächste Mal sollen Verträge statt finden und nach diesem ersten, sehr positiven Eindruck freue ich mich schon sehr auf das nächste Mal.

Akustische Elemente guter Produkte

Ich fahre gerade im ICE und sehe ein Kind, dass mit dem Smartphone des Vaters ein Spiel spielt. Das nervige Auftönen des Spiels wird aus Rücksicht auf die Mitreisenden (oder auf die eigenen Nerven) vom Vater dann doch abgestellt und das Kind drückt sein Missfallen darüber aus. Ich fühle mich an meine Kindheit erinnert, in der ich oft und gerne mit dem Gameboy gespielt habe. Damals erging es mir wie dem Kind. Die Ummenschen werden vom Sound genervt aber mir war es egal. Es war für mich ganz normal etwas mit so vielen Sinnen wie möglich wahrzunehmen und die willentliche Beschneidung meines Spielerlebens schmerzte seltsam.

An diese frühen Tage erinnert und mit der außenstehenden Perspektive auf diese kindliche, vollkommen natürliche Interaktion mit Produkten, stelle ich mir die Frage ob die Wahrnehmung über den Sinn des Hörens in den modernen Produkten zu oft vernachlässigt wird. Wird bei einem Schalter auf das Klicken geachtet? Achtet bei Schuhen jemand auf das Trittgeräusch? Alleine schon das Klackern meiner Tastatur lässt in mir die Vermutung aufkommen, dass die Akustik abseits von Soundelementen wirklich berücksichtigt wird.

Anderseits dürfte die Wahrnehmung unterschiedlicher Sounds bei Softwareprodukten schwierig sein. Während bei Spielen der Nutzer bewusst in ein neues Interaktionsumfeld eintritt und von vorneherein weiß, dass ein neues Spiel das Erlernen eines neuen Interfaces bedeutet, ist dieses Bewusstsein bei beispielsweise Softwareprodukten eher gering. Produkte im Büroumfeld orientieren sich bewusst an Marktführer wie Microsoft Office um sich in ein harmonisches Umfeld zu integrieren und dem Nutzer eine geringe Lernbelastung zu ermöglichen. Eine eigene akustische Untermalung erscheint hier eher hinderlich als fördernd um eine positive User Experience zu ermöglichen.

Was also tun? Bei jedem Produkt sollte die Frage gestellt werden, ob wirklich alle relevanten Sinne in der Produktkonzeption berücksichtigt worden sind. Damit sind nicht nur akustische Effekte gemeint, sondern ebenso Gerüche. Billiges Plastik riecht billig. Soll das Produkt denn billig wirken?

Persona-driven User Stories und nichtfunktionale Anforderungen

Schon seit einer kleinen Weile beschäftige ich mich mit dem Einsatz von Personas als Konkretisierung der „User role“ in User Stories. Obwohl ich es in der Praxis noch nicht so oft gesehen habe, können auch nicht-funktionale Anforderung in Form von User Stories niedergeschrieben werden. Natürlich lassen diese sich nicht in einer abgeschlossenen Entwicklungszeit (z.B. ein bis zwei Sprints) realisieren, jedoch sind sie als stete Erinnerung hilfreich und die zur User Story gehörigen Akzeptanzkriterien helfen die meist schwer fassbaren Anforderungen auch prüfbar zu halten. In Verbindung mit Personas jedoch, bekommen die User Stories für nicht-funktionale Anforderungen einen direkten Bezug zu dem zukünftigen Nutzer. Die Akzeptanz der nicht-funktionalen Anforderung bei den Projektbeteiligten (z.B. Projektmanager, Programmierer, Designer, etc.) steigt, da die Motivation für die Anforderung emotional leichter erfassbar wird. Des Weiteren kann eine Persona auch genutzt werden, um die nicht-funktionalen Anforderungen auf Erfordernis zu prüfen. Ist eine bestimmte Reaktionsgeschwindigkeit wirklich richtig gewählt oder ist sie doch zu langsam oder kürzer als notwendig? In diesem Zusammenhang werden natürlich messbare Werte mit gefühlten Werten verglichen, was zu Schwierigkeiten im Verständnis führen kann. Eine Anwendung, von der 90% der Oberfläche nach einer Sekunde zur Verfügung steht, kann schon schnell wirken obwohl die restlichen 10% noch zehn Sekunden brauchen. Wann also ist eine Anwendung schnell? Eine entscheidende Frage, die bei der Verwendung von Personas beantwortet werden sollte. Durch diese Antworten wird sich die User Experience des Nutzers erhöhen, denn der Fokus wird von der technisch-faktischen zur gefühlten-wahrgenommenen Anforderung.

Relaunch abgeschlossen

Nachdem ich eine ganze Zeit nichts geschrieben habe, dachte ich daran auch mal das zugrundeliegende System zu ändern. Dabei habe ich mich für WordPress entscheiden, denn die Adminoberfläche ist sehr gut sortiert und die Bedienung ist einfach. Obwohl ich etwas von PHP, HTML und CSS verstehe, wollte ich mich beim Betrieb des Blogs nicht zu sehr damit beschäftigen.

Die Installation war tatsächlich sehr einfach und die Adaption meines Templates ging schnell von statten. Danach ging es ans Einarbeiten und das war auch nicht schwer. Nun hoffe ich, dass ich in der Zukunft mehr Zeit und Motivation habe zu schrieben, damit diese Arbeit nicht umsonst war.

Tierische Personas

Da ich nun seit einiger Zeit auch im Bereich Smarthome unterwegs bin, habe ich eine unkonventionelle aber durchaus sinnvolle Art von Personasmfür mich entdeckt. Eine nichtmenschliche Persona in Form einer Katze hilft dabei die Sichtweise der Projektbeteiligten zu erweitern, da auch unbeabsichtigte Interaktionen mit den Smarthome-Komponenten vorkommen können. Bei jedem Feature kann also unter Berücksichtigung der Persona „Basti“ darauf geprüft werden, ob durch die Interaktionen auf unkonventionale Art Probleme auftauchen.

Persona: Basti, der Neugierige

Basti ist eine männliche, zwei Jahre alte Hauskatze. Mit seinen etwa 50 cm Länge und seinen vier Kilo Gewicht, ist er ein durchschnittlicher Kater. Er ist sehr neugierig und klettert gerne auf  Fensterbrettern und Regalen herum und spielt hinter den anderen Möbeln verstecken. Leider ist es schon häufiger vorgekommen, dass er etwas herunter geworfen hat. Jedoch schafft es der schmusefreudige Kater immer wieder die Hausherren zu beschwichtigen.

Natürlich ist diese Art von Persona nicht geeignet um die Anforderungen an das System auf klassische Weise zu bewerten. Sowohl Usability und User Experience spielen hier keine Rolle. Vielmehr ist diese Art von Persona dazu geeignet, die Anforderungen kritisch zu prüfen und das resultierende System so abzurunden.

World Usability Day 2011

Der World Usability Day ist mittlerweile ein jährliches Ritual. Auf der ganzen Welt finden Veranstaltungen zum Thema Usability statt und ich habe die Ehre am World Usability Day in Bremen mitzuwirken. Gemeinsam mit Eva-Maria Holt halte ich einen Workshop zum Thema „Personas als Werkzeug in modernen Softwareprojekten“, welcher auf unser Tutorial im September beruht. Ich freue mich schon auf viele Neugierige.

Mehr zur Veranstaltung in Bremen findet ihr unter worldusabilityday.de/groups/bremen.

Personas-Tutorial (UP2011)

Auf der Usability Professionals 2011 hatten wir die Gelegenheit ein Tutorial über den Einsatz von Personas in modernen Softwareprojekten zu halten. Das Tutorial war gut besucht und wir hatten mit den Teilnehmern viel Spaß. Es war eine sehr schöne Erfahrung, die uns motiviert hat mehr zu machen. Vielen Dank an die Veranstalter, die ganzen Helfer und allen Teilnehmenden.

Twitter-Zeitung

Sobald man anfängt mehrere Dienste im Netz zur Kommunikation und Informationsbeschaffung zu nutzen, verfällt man unweigerlich in den Trott, jeden Morgen jedes Medium einzelnd zu lesen. An dieser Stelle setzt das Konzept von paper.li an. Dieser Dienst erstellt aus Twitter und Facebook eine Zeitung. Dabei werden auch die Inhalte verlinkter Websites ausgewertet und entsprechend mit in die Zeitung aufgenommen. Dadurch kommen auch grafische Elemente mit ins Spiel, was den visuellen Eindruck erheblich authentischer macht.

Um eine Zeitung zu erstellen, kann man entweder sein Twitter-Konto, ein Tag oder eine Liste nutzen (oder Facebook zu Grunde legen). Besonders die Verwendung eines Tags macht paper.li interessant, da man zum Beispiel morgens die aktuellen Infos zu einem speziellen Thema lesen kann. Die Zeitung aktualisiert sich alle 24 Stunden und ist somit immer aktuell. Als Startseite eingerichtet eignet sich die Zeitung die sonst linear abgebildeten Tweets besser zu überfliegen und zu sortieren. Das spart Zeit und macht auch irgendwie Spaß, denn die Darstellung ist sehr gelungen. Die Zeitungsmetapher wird sinnvoll herangezogen und konsequent genutzt. Ein schönes Beispiel ist das Erstellen einer Zeitung. Die benötigte Zeit, um die ganze Daten auszuwerten wird durch eine Animation aufgelockert, die eine Zeitungspresse darstellt. Die Zeitung befindet sich also „im Druck“.

Ist die Zeitung erstmal erstellt, kann man sie sehr einfach als RSS-Feed bestellen. Sie wird dann „täglich geliefert“. Da man vielleicht auch eine Zeitung herausgeben will, kann man seine Zeitung auch über Twitter anpreisen oder auf der eigenen Website einbinden. Vielleicht werden wir bald alle Zeitungsverleger? Das einzige, dass mir bisher fehlt ist ein PDF-Export oder eine anständige Druckversion. Ich fände es nicht schlecht, wenn ich eine richtige Zeitung drucken könnte. Angesichts der Verlinkungen der Teaser und den dahinter liegenden Websites ist das vielleicht wenig sinnvoll. Für mich wäre aber die Möglichkeit schon interessant… aber schwerwiegend ist das nicht.

Der Dienst ist zwar erst in einem Alpha-Status, produziert aber schon jetzt interessante Ergebnisse. Beispiele finden sich auch ohne Anmeldung in öffentlichen Zeitungen. Momentan schein eher die Rechenkapazität beschränkt zu sein aber auch das wird sich bei einem „reifen“ des Dienstes naturgemäß erledigen. Ich freue mich einen neuen Dienst zur Verfügung zu haben, der mir hilft Informationen zu bekommen und zu konsumieren. Vielen Dank!