World Usability Day

Jedes Jahr am zweiten Donnerstag im November finden weltweit Veranstaltungen zum Thema Usability statt. Wie im letzten Jahr beteilige ich mich wieder am World Usability Day in Bremen. Diesmal mit dem Vortrag über „UX in den frühen Phasen des Innovationsprozesses“ und dem Workshop „Von der Idee zum Prototypen – Werkzeuge für die agile Welt„, welchen ich gemeinsam mit Eva-Maria Holt halten werde. Veranstaltungsort (Weser Tower) und Programm versprechen viel und ich freue mich auf die Vorträge, auf bekannte und (noch) unbekannte Gesichter, sowie den regen fachlichen Austausch.

Wer Lust hat, kann sich unter bremen@worldusabilityday.de bis zum 05.11.2012 formlos und kostenlos anmelden.

Namensvorurteile und Personas

Personas erzeugen eine emotionale Beziehung bei den Projektbeteiligten, das steht außer Frage und ist eine beabsichtigte Eigenschaft. Die Auswahl des Namens erscheint zwar trivial, erzeugt aber eine Assoziation bei Anwendern der Personas und prägt dadurch als eine Eigenschaft die emotionale Bindung. Dadurch ergeben sich zwei Effekte, die man bei der Namenswahl beachten muss, denn sie erzeugen Bezüge zu Personen im Umfeld der Projektbeteiligten und verweisen auf allgemeine Vorurteile gegenüber Personen mit diesen Vornamen. Dadurch bekommt die Persona Eigenschaften und Fähigkeiten zugesprochen (oder abgesprochen), obwohl dies nicht in der Personabeschreibung festgelegt und beabsichtigt worden ist.

Wie kann man also allgemeine und individuelle Vorurteile durch die Namenswahl reduzieren?

Um allgemeine Namensvorurteile zu reduzieren ist ein wenig Aufwand nötig, denn diese erfordert eine vorbereitende Recherche. Immer wieder gibt es Veröffentlichungen, die die Wirkung von Vornamen untersuchen. Hier lohnt sich das Studieren aktueller Forschungsberichte, denn gerade Modenamen wie die Klassiker „Kevin“ und „Chantal“ haben einen spürbaren Einfluss auf die Interpretation der Personas. Bei Vornamen, die in allen sozialen Milieus annähernd gleich verbreitet sind (z.B. „Michael“ und „Stefan“), können die störenden Effekte geringer sein.

Um individuelle Vorurteile zu reduzieren müssen alle Projektbeteiligten involviert werden, denn nur so können deren Interpretationen in der Erzeugungsphase von Personas berücksichtigt werden. Sämtlichen Projektbeteiligten könnte dazu in mehreren Sitzungen der jeweils aktuelle Stand der Personas präsentiert werden und in einer Gruppendiskussion über Eigenschaften und Namen der Personas gesprochen und diskutiert werden. Dabei gilt es sämtliche Kommentare zu den Namen zu erlauben und Vorurteile offen auszusprechen. Grundsätzlich empfiehlt es sich auf Namen von direkten Beteiligten (z.B. Vornamen von Programmierern) bewusst zu verzichten. Wenn auch nicht direkt als Projektbeteiligt zu betrachten, sollte dieser bewusste Verzicht auch die Personen aus dem direkten Projektumfeld (z.B. Geschäftsführung) berücksichtigen, also Mitarbeiter aus dem gleichen Unternehmen, auch wenn sie nicht am Projekt oder Produkt beteiligt sind.

Der Aufwand für die Berücksichtigung dieser Maßnahmen ist im Vergleich zum Nutzen verhältnismäßig gering und sollte bei keinem Einsatz der Personas unberücksichtigt bleiben. Aber Vorsicht: Die Wahrnehmung von Namen verändert sich mit der Zeit und gerade kurzfristig populäre Personen (z.B. Teilnehmer in Castingshows) können sehr schnell Vornamen mit Assoziationen verbinden. Diese Effekte halten zwar auch nicht lange an, sind jedoch zur Zeit der Personaerstellung zu beachten.

Siehe auch:

Folien zu „UX in den frühen Phasen des Innovationsprozesses“

Am Montag habe ich auf der Usability Professionals mit Jens Pietschmann zusammen einen Vortrag gehalten zum Thema „UX in den frühen Phasen des Innovationsprozesses“. Die Folien dazu findet ihr nun unter Slideshare. Uns hat der Vortrag und auch die Vorbereitung darauf sehr viel Spaß gemacht und ich möchte mich für das Feedback und auch für die kritischen Fragen bedanken. Das alles hilft uns den Ansatz zu verbessern und weiter auszubauen.

UX als nicht-funktionale Anforderung

Die User Experience eines Produkts wird mittlerweile als wichtige Produktqualität wahrgenommen. Der Boom UX bezogener Stellenausschreibungen zeigt dies offensichtlich. Jedoch zeigen die Diskussionen der Teilnehmer auf der Usability Professionals 2012, dass dieses Relevanzverständnis nicht in allen Schichten der Entscheidungsträger angekommen ist. Betrachtet man aber die Relevanz der Produktqualität UX, so muss diese in der Produktentwicklung berücksichtigt werden. Jedoch ist ein unkoordinierten Entwickeln erfahrungsgemäß nicht zielführend. Die Aufnahme der UX als nicht-funktionale Anforderung an ein Produkt könnte nutzbringend sein, ist jedoch durch eine bedingte Messbarkeit der UX sehr schwierig. Wir können die reflektierte UX durch den UEQ und die momentane UX durch die Valenzmethode messen, aber die antipizierte UX scheint beinahe nicht vorhersagbar. Durch Expertenschätzungen ist dies nur eingeschränkt möglich.
Dennoch macht es Sinn die UX in Form harter Zahlen (zum Beispiel Ausprägungen in der Messung durch den UEQ) in der strategischen Produktplannung einzubeziehen. Damit bekommt es den gleichen Stellenwert wie andere Eigenschaften wie Performance, Ästethik oder Usability und kann immer wieder herangezogen werden um die Zielereichung zu kontrollieren und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen.

Folien zu „Von der Idee zum Prototypen“

Soeben hatten Eva-Maria Holt, Jörg Thomaschewski und ich unser Tutorial zum Thema „Von der Idee zum Prototypen – Werkzeuge der agilen Welt“. Wir hatten viel Spaß und ich hoffe, dass alle Teilnehmer etwas mitgenommen haben. Besonders der Austausch hat mich gefreut. Ich bin nach wie vor gespannt auf weiteres Feedback.

Anmeldung für das Tutorial auf der UP2012

Auf der Usability Professionals 2012 werde ich gemeinsam mit Eva-Maria Holt und Jörg Thomaschewski ein Tutorial zum Thema „Von der Idee zum Prototypen – Werkzeuge für die agile Welt“ am Sonntag von 9:00-12:30 Uhr halten. Wir wollen viele Werkzeuge vorstellen und die Teilnehmer bestmöglich betreuen. Das macht es notwendig, die Teilnehmerzahl zu beschränken. Daher bitten wir um vorherige Anmeldung:

http://germanupa.de/fachkonferenz/up12-anmeldepflichtige-tutorials-und-workshops

Wir werden 20 Plätze anbieten, denn bei mehr Teilnehmern kommen wir in der Zeit nicht durch, ohne den einzelnen zu vernachlässigen.

Ich freue mich schon und hoffe auf rege Teilnahme!

Update: Mittlerweile sind die Plätze leider alle belegt.

WLAN im ICE?

Ich genieße den Luxus immer und überall online zu sein sehr. Leider macht mir schon die Reise in einer S-Bahn oder im Auto über die Autobahn klar, dass ich nicht immer und überall online sein kann. Das haben auch andere erkannt, zum Beispiel die DB und die DTAG. Die Versorgung mit WLAN und darüber mit Internet auch im ICE ist vom Konzept her eine gute Idee. Jedoch kenne ich niemanden, der davon schwärmen würde. Ich habe es selber versucht und schon die Weiterleitung zur Registrierungsseite bekommt mehrfach eine Zeitüberschreitung. Wieso sollte man dafür noch was bezahlen? Warum ist die Verbindung nicht einfach umsonst, wenn sie schon kaum etwas taugt? Das habe ich in vielen Hotels schon erlebt, aber war dennoch froh über eine kostenlose, wenn auch langsame Verbindung. Mir ist das jedenfalls im Moment nicht praktisch genug. Da warte ich lieber auf einen Halt im Bahnhof um eben mal schnell meine E-Mails zu lesen und gegebenfalls zwei, drei zu beantworten.

Stabilo SMARTball

Ich mag mein iPad. Ich nutze es gerne, denn es ist handlich, gut transportabel, hat eine lange Akkulaufzeit, immer online und ist irgendwie schick. Mir fehlt wie so einigen anderen aber auch die Möglichkeit mit einem Stift schnelle Notizen aufzuschreiben, kurze Skizzen zu machen oder sinnlose Krackeleien zu digitalisieren. Dazu habe ich mir nach einiger Recherche nun doch dem Stabilo SMART ball gekauft und habe ihn nun eine Weile im Einsatz.

Die Verarbeitung ist insgesamt sehr gut. Der Stift macht handwerklich was her und liegt ergonomisch in der Hand. Die Schriftform auf Papier ist für mich sehr angenehm und kann mit teuren Kugelschreibern durchaus konkurrieren. Irritierend finde ich es heute noch, dass der Clip vollständig drehbar ist. Natürlich macht das Sinn, damit die Ergonomiedellen für Links- und Rechtshänder angepasst genutzt werden können, aber es verleitet mich zum Spielen. Ist nicht wirklich störend aber vermutlich reduziert das die Lebensdauer. Die Stylusfunktion finde ich jedoch nicht gut gelungen. Der Gummiaufsatz kann eingedrückt werden und erschwert zumindest mir das gezielte schreiben. Auch die Tatsache, dass ich den Stift am unteren Ende greifen muss ist extrem hinderlich. Gerne würde ich den Stift eher oben anpacken, damit die Gefahr mit meiner Handfläche auf den Bildschirm zu kommen und dadurch etwas zu bedienen reduziert werden würde, aber leider funktioniert der Stift dann nicht mehr.

Im Fazit ist dieser Stift für mich ein sehr guter Kugelschreiber aber leider nutze ich ihn kaum als Stylus. Dafür ist er mir nicht ausgereift genug.

Update: Mittlerweise bin ich froh über den Stift, da ich in letzter Zeit viel auf mobilen Geräten Softwaretests durchführe. Gerade dann ist es gut zu wissen, dass man zielgenau getappt hat. Aber produktiv im Alltag setze ich ihn dennoch nicht ein.

Usability Professional 2012

Ich hatte schon letztes Jahr auf der Usability Professionals ein Tutorial mit begleitendem Artikel. Dieses Jahr wurden von mir zwei Beiträge akzeptiert. Wie auch letztes Jahr halte ich gemeinsam mit Eva-Maria Holt und Jörg Thomaschewski ein Tutorial, dieses Mal zum Thema „Von der Idee zum Prototypen – Werkzeuge der agilen Welt“. Wir stellen Methoden und dazugehörige Vorlagen vor, die sich unserer Erfahrung nach besonders eignen um nutzerzentrierte Produkte zu erstellen.

Mit Jens Pietschmann werde ich einen Vortrag zum Thema „UX in den frühen Phasen des Innovationsprozesses – User Experience von Anfang an bedacht“ halten. Unser Bestreben ist es, den Qualitätsfaktor der User Experience schon in der Ideengenerierung und -bewertung unterzubringen um ihn gezielter im Innovationsmanagement berücksichtigen zu können.

Ich freue mich sehr über diese beiden Möglichkeiten und freue mich auch sehr auf die anderen Vorträge und Tutorien der Usability Professional 2012!

mobile.cologne

Auch diesmal freue ich mich auf das nächste Treffen der mobile.cologne. Dieses Mal wieder in Nähe des Kölner Hauptbahnhofs und gespickt mit einigen Lightningtalks. Da ich am nächsten Tag früh nach Emden fahren werde um eine Prüfung zu absolvieren, werde ich mir wahrscheinlich nur die Lightningstalks anhören und dann schon wieder nach Hause, denn nur der frühe Vogel fängt den Wurm, bzw. sonst verpasse ich meinen Zug.