User Stories ohne User

Schon seid geraumer Zeit werden vieler Orts User Stories verwendet, um die Anforderungen an ein Produkt mit der Perspektive des Anwenders zu beschreiben. Sie dienen unter Anderem dazu bei den Projektbeteiligten wie Projektleiter, Designern oder Entwicklern mehr Aufmerksamkeit auf den Anwender und den konkreten Mehrwert für diesen zu legen. Daneben gibt es jedoch auch Aufgaben, die dem Nutzer keinen direkten Mehrwert geben oder für die es keine Motivation von Seiten des Nutzers gibt. Ein größeres Refactoring macht manchmal durchaus Sinn, damit die Wartbarkeit der Anwendung gesteigert wird. Dem Nutzer bringt sie jedoch keinen Mehrwert. User Stories in der Form von „Als Anwender möchte ich, dass die Softwarekomponente FileLoader refaktoriert wird, damit die Anwendung besser wartbar ist.“ sind schlichtweg gelogen. Der Anwender will das nicht, denn er kennt die Komponente nicht einmal. Auch die Bereitstellung von Funktionalitäten, die erst die Realisierung normaler User Stories ermöglichen, müssen möglich sein. Vielleicht ist die Refaktorierung notwendig um ein neues Feature überhaupt implementieren zu können. Wie aber kann man das Konzept der Story auch in diesen Situationen nutzen zu können?

Ein Hauptaspekt von User Stories ist, dass ein Mensch in einer Rolle eine Anforderung aus einer Motivation heraus mitbringt. Dies hat den Vorteil, dass, durch die zur User Story gehörende Diskussion, weitere Lösungen und Betrachtungsweisen gefunden werden können. Alle an der Diskussion Beteiligten können sich in die Rolle versetzen und versuchen den Mehrwert der Story nachzuvollziehen. Dies funktioniert auch, wenn es sich bei der Rolle nicht um einen User sondern um einen Entwickler handelt.

Beispiel 1: Als Entwickler möchte ich eine hohe Testabdeckung meines zu überarbeitenden Code haben, damit mir Fehler durch meine Weiterentwicklung früher auffallen.

In dem Beispiel 1 wird die Wartbarkeit gesteigert und damit ein strategischer Mehrwert der Anwendung erzeugt. Davon hat der Anwender nicht direkt etwas, auch wenn er langfristig eine stabilere Software bekommen dürfte.

Beispiel 2: Als Entwickler möchte ich die aktuelle Version von jQuery nutzen können, um von einer höheren Performance und wenigeren Bugs aus der alten Version profitieren zu können.

Bei Beispiel 2 wird eine Systemkomponente ausgetauscht, wodurch der technologische Stand aktualisiert wird. Dem Nutzer entspringt auch hier kein direkter Mehrwert, jedoch werden dadurch neue Entwicklungen möglich, von denen Nutzer anschließend Nutzen ziehen können.

Beispiel 3: Als Entwickler möchte ich auf eine Datenbankabstraktionsschicht zurückgreifen können, die die Datenbank soweit abstrahiert, dass ich mit verschiedenen Datenbanken arbeiten kann ohne mich um Anpassungen kümmern zu müssen.

Im letzten Beispiel wird vielleicht neben MySQL bald auch Oracle unterstützt; ein direkter Nutzen für den Anwender entsteht jedoch nicht unbedingt. Als Anwender einer Webanwendung würde ihm das wahrscheinlich nicht einmal auffallen.

Letztlich lassen sich die ganzen Rollen von Entwicklern zu Designer über Supporter bis hin zum Anwender zu der Menge der Stakeholder zusammen fassen. Dadurch sind alle vom Projekt oder Produkt Betroffenen abgedeckt. Es erscheint sinnvoll, das Konzept und Verständnis von User Stories zu Stakeholder Stories zu erweitern, wobei der Begriff Story wahrscheinlich schon ausreicht um genug Charakterisierung in diese Art der Anforderungsdokumentation zu bringen. Es geht also darum die Vorteile von User Stories auch für technische Aufgaben oder organisatorischen Aufwand zu verwenden.

UX und die Schlucht

Geoffrey A. Moore adaptierte in „Crossing the Chasm“ den „Technology adaption lifecycle“ dahingehend, dass es zwischen den Early Adoptern und der frühen Mehrheit eine Schlucht gibt. Diese virtuelle Schlucht (orig. „the chasm“) steht für eine Hürde von disruptiven oder nicht iterativen Innovationen, die überwunden werden muss, um die Mehrheit der Nutzer zu erreichen. Jede Nutzergruppe im Lebenszyklus eines Produkts muss anders angesprochen werden und Anmerkungen sowie Kritik der Early Adopter kann helfen diese Schlucht zu überwinden. Early Adopter werden sich über Mängel in der pragmatischen und hedonischen Qualität äußern. Ist ein Produkt nicht „schön“ oder „praktisch“, obwohl es für Early Adopter ausreichend attraktiv ist, wird es nicht zur Mehrheit der Nutzer vordringen. Early Adopter können durchaus auch mit der rein pragmatischen Qualität einer eher technologisch orientierten Neuerung leben, jedoch ist dies für die Mehrheit nicht attraktiv. Ich erinnere mich dabei gerne an die ersten Versionen von Android, das meiner Meinung nach erst mit der Version 4 einen Grad erreicht hat, der auch für die Mehrheit attraktiv ist. Die Differenzierung von der Konkurrenz ist durch die geänderte Designlinie stärker und viele Features sind leichter zu bedienen. Wie es nun bei Android geschehen ist, muss es auch bei anderen Produkten geschehen, damit diese über die Phase der Early Adopter hinausgehen können.

Neben den klassischen Ansätzen der Ergänzung der pragmatischen Qualität (also welche Funktion fehlt noch) ist es meiner Meinung nach sehr wichtig die hedonische Qualität ebenso zu berücksichtigen und weiter zu entwickeln, eben auf Kritik in der Form „das ist nicht schön“, „das ist aber nicht cool“ und ähnlichem zu reagieren. Dem entgegen steht jedoch auch der Aspekt der Originalität, denn Produkte der Early Adopter können alleine durch ihre Ungewöhnlichkeit auf den Nutzer originell wirken. Gelangt ein Produkt im Lebenszyklus zur Mehrheit, wird es normal und verliert das Besondere. Die ersten Smartphones waren ungewöhnlich, heute sind sie üblich. Die ersten MP3-Player waren technologische Prachtstücke, heute sind sie Gang und Gebe. Die ersten Autos waren auffallend, heute sind es die Kutschen. Dies macht noch einmal die Wandlung der User Experience im Wandel der Zeit, oder genauer im Fortschreiten des Produktlebenszyklus, klar. Diese kann also nicht einmal designed, sondern muss fortwährend gestaltet werden.

Das persönliche Informationsmanagement

Der Aufbau des eigenen Informationsmanagements ist eine wichtige Aufgabe, die in ihrer Art und Weise in den letzten Jahren eine enorme Veränderung erfahren hat. Während vor 30 Jahren es noch üblich war, dass die Sammlung extern durchgeführt wurde und man sich eine entsprechende Tageszeitung besorgte und so eine Sammlung an relevanten Themen vorgesetzt bekam, ist das Format der Zeitung heute nicht mehr in der Art nicht mehr zeitgemäß. Die Themen des eigenen Bedarfs sind sehr weit auseinander divergiert und die Verbreitung multimedialer, mobiler Medienkonsumgeräte ist stark gestiegen. Die Nutzer haben gelernt ihre Informationen sehr zielgerichtet zu erhalten, kennen sie doch Suchmaschinen, Newsletter und Social Networks.

Tatsächlich ist die Informationsbeschaffung weniger das Problem geblieben, sondern die Informationsauswahl hat an Bedeutung rasant zugenommen. Begriffe wie Informationsflut sind zum allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen und die Kompetenz der persönlichen Informationsaufbereitung und -selektion ist von bisher nie dagewesenen Wert. Wie also vorgehen?

Ich habe mir dazu einige Gedanken gemacht und recherchiert. Dabei sind mir RSS-Feeds, Google Alerts und Social Networks als meine primären Informationsquellen besonders positiv aufgefallen. Diese lösen mein Problem der Informationsbeschaffung, da ich gezielt Suchanfragen und Blogs abonnieren, bzw. in relevanten Foren und Communitys suchen kann. Dies löst jedoch nicht mein anschließendes Problem der Informationsselektion. Daher habe ich zuerst begonnen alle Informationen zu zentralisieren. Dabei hilft mir ein Online-RSS-Reader, in diesem Fall Google Reader. Die Google Alerts sind schnell als RSS Feeds eingebunden, die Blogs schnell übertragen und die Foren soweit möglich auch per Feed integriert. Nun habe ich zwar alle Informationen zusammen aber noch nicht übersichtlich aufbereitet. Die E-Mailartige Übersicht von Google Reader hilft mir da leider wenig. Kurze Textzeilen und Informationen zum Erscheinungszeitpunkt helfen mir nicht viel und sind nicht besonders aufregend.

Das Problem habe ich mit Hilfe von Feedly gelöst. Auffallend hübsch ist die Darstellung der mitgelieferten Bilder als Kacheloptik. Die Bilder verhelfen mir zu einem besseren Erlebnis und sprechen mich emotional an. Kein Vergleich zu den langweiligen Textlisten. Das gesamte Design ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Besonders die Möglichkeit, Feedly im Chrome oder Firefox als App einzubinden, auf meinem Androidsmartphone und meinem iPad zu installieren und jederzeit nutzen zu können erscheint mir sehr attraktiv.

Für mich ist das nun eine moderne Alternative zur Zeitung. Die für mich relevanten Informationen sind visuell ansprechend aufbereitet und auf vielen Plattformen syncronisiert. Da macht auch tägliches Zeitunglesen Spaß.

Markante Namen von Personas

Durch den regelmässigen Einsatz von Personas und dem Erstellen von Charakteren für Rollenspiele habe ich ein paar hilfreiche Regeln zur Namenswahl für mich gefunden. Dabei stehen vor allen die Wiedererkennung und die Erinnerbarkeit eine große Rolle. Zum Einen verwende ich gerne Kombinationen aus Vor- und Nachnamen, die einen markanten, aber harmonischen, Sprachrythmus haben (z.B. Susanne Marianne …) und zum Anderen nutze ich oft den gleichen Anfangsbuchstaben oder der gleichen Anfangssilbe bei Vor- und Nachnamen (z.B. Hans Hartmut, Erik Ehrenfeld, etc.). Was an den vorgenannten Beispielen auch auffällt, ist die Wahl typischer Vornamen des sozialen Milieus der Zielgruppe. Dies hat natürlich mit den Vorurteilen bei Namen zu tun. Gleichzeitig darf ein solcher Name nicht zu komplex und kompliziert sein. Eine Persona mit Namen „Anne Maria Claudia Sophie von Humpelfelsen“ ist vom Namen zu lang und wird dann mit einem Spitznamen verfremdet. Das liegt ja nicht in unserem Sinne.

Siehe auch:

Folien zur Langversion „UX in den frühen Phasen des Innovationsprozesses“

Gestern war ich auf dem World Usability Day 2012 in Bremen. Die Folien zu meinem verlängerten Vortrag zum Thema „UX in den frühen Phasen des Innovationsprozesses“ findet ihr nun unter Slideshare. Der Tag in Bremen war sehr schön und ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal beim Orgateam für die ausgezeichnete Arbeit bedanken. Habt ihr sehr gut gemacht!

Innovationsmanager (IHK) – Eine Retrospektive

Vom 25.09. bis zum 30.10.2012 habe ich am Lehrgang zum Innovationsmanager (IHK) an der IHK Köln und gehalten von Robert Freund teilgenommen. Da vor Kurzem der Abschlussworkshop war, glaube ich, es ist Zeit für eine Retrospektive.

Meine Erwartungen waren hoch, da ich nach Besuch des Projektmanager (IHK) bei Herrn Freund die guten Erfahrungen dort als Maßstab nahm und entsprechendes wieder erwartete. Dem standen meine Vorkenntnisse entgegen, denn ich wusste schon etwas z.B. über verschiedene Prozessmodelle und die Differenzierung der unterschiedlichen Arten von Innovation. Diese hatte ich mir im Beruf angeeignet und auch schon mit anderen Themenfeldern verbunden. Da der Kurs sehr offen konzipiert war, waren dem entsprechend auch viele unterschiedliche Berufe und Tätigkeitsfelder vertreten. Dies hatte zur Folge, dass man immer etwas an der Oberfläche blieb und ich selber die Transferleistung des Erlernten in die Softwareentwicklung bringen musste. Dies hat etwas gedauert, aber dadurch war die Erkenntnis umso größer.
Als Prüfungsleistung mussten neben der regelmässigen Teilnahme an den Präsenztagen Einsendeaufgaben online bearbeitet werden. Dies gestaltete sich recht einfach, aber manchmal etwas umfangreicher. Die Lerninhalte wurden in einem eigens bereit gestellten Moodle angeboten, wo auch die Einsendeaufgaben bearbeitet werden mussten. Neben den Teilnahmen und den Einsendeaufgaben wurde in der Gruppe eine Dokumentation für die Fallstudie erarbeitet. Diese hat tatsächlich einiges an Zeit benötigt. Am Tag des Abschlussworkshops wurde diese abgegeben und in der Gruppe mit einer Powerpointpräsentation präsentiert. Eine vorgelagerte Klausur bildete eine Wissensabfrage in der Art wie man sie vom Studium her kennt.

Was nach dem Abschluss bleibt, ist das Gefühl etwas gelernt zu haben und die Motivation dieses nun anzuwenden und etwas zu bewegen. Diese Motivation scheint es auch bei den anderen Teilnehmern zu geben, wenn man das Feedback am letzten Tag zusammen fasst. Ich bedanke mich sehr für die interessanten Inhalte, die hervorragende didaktische Aufbereitung und  die sehr positive Lernatmosphäre. Als Fazit kann ich Kurs und Referent nur empfehlen! Beide Lehrgänge (Projektmanager und Innovationsmanager) haben mich sehr überzeugt und bleibenden Eindruck hinterlassen. Vielen Dank für das Erlebnis und das Gelernte! Die Organisation des Lehrgangs war zusätzlich rundherum gelungen. Kaffee, Wasser und Fruchtsäfte waren immer ausreichend vorhanden und gelegentlich ergänzten Kekse das Angebot. Die Anmeldung lief wunderbar reibungslos und prompt. Warum also nicht noch einmal bei der IHK Köln einen Lehrgang besuchen, vor allen wenn Herr Freund als Referent durch die Inhalte führt und einem bei der Konstruktion des Wissens hilft? Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen… den Wissenmanagers gibt es ja auch noch. Vielleicht, wenn ich einmal Zeit und Lust habe etwas Neues zu lernen, also bald.

World Usability Day

Jedes Jahr am zweiten Donnerstag im November finden weltweit Veranstaltungen zum Thema Usability statt. Wie im letzten Jahr beteilige ich mich wieder am World Usability Day in Bremen. Diesmal mit dem Vortrag über „UX in den frühen Phasen des Innovationsprozesses“ und dem Workshop „Von der Idee zum Prototypen – Werkzeuge für die agile Welt„, welchen ich gemeinsam mit Eva-Maria Holt halten werde. Veranstaltungsort (Weser Tower) und Programm versprechen viel und ich freue mich auf die Vorträge, auf bekannte und (noch) unbekannte Gesichter, sowie den regen fachlichen Austausch.

Wer Lust hat, kann sich unter bremen@worldusabilityday.de bis zum 05.11.2012 formlos und kostenlos anmelden.

Namensvorurteile und Personas

Personas erzeugen eine emotionale Beziehung bei den Projektbeteiligten, das steht außer Frage und ist eine beabsichtigte Eigenschaft. Die Auswahl des Namens erscheint zwar trivial, erzeugt aber eine Assoziation bei Anwendern der Personas und prägt dadurch als eine Eigenschaft die emotionale Bindung. Dadurch ergeben sich zwei Effekte, die man bei der Namenswahl beachten muss, denn sie erzeugen Bezüge zu Personen im Umfeld der Projektbeteiligten und verweisen auf allgemeine Vorurteile gegenüber Personen mit diesen Vornamen. Dadurch bekommt die Persona Eigenschaften und Fähigkeiten zugesprochen (oder abgesprochen), obwohl dies nicht in der Personabeschreibung festgelegt und beabsichtigt worden ist.

Wie kann man also allgemeine und individuelle Vorurteile durch die Namenswahl reduzieren?

Um allgemeine Namensvorurteile zu reduzieren ist ein wenig Aufwand nötig, denn diese erfordert eine vorbereitende Recherche. Immer wieder gibt es Veröffentlichungen, die die Wirkung von Vornamen untersuchen. Hier lohnt sich das Studieren aktueller Forschungsberichte, denn gerade Modenamen wie die Klassiker „Kevin“ und „Chantal“ haben einen spürbaren Einfluss auf die Interpretation der Personas. Bei Vornamen, die in allen sozialen Milieus annähernd gleich verbreitet sind (z.B. „Michael“ und „Stefan“), können die störenden Effekte geringer sein.

Um individuelle Vorurteile zu reduzieren müssen alle Projektbeteiligten involviert werden, denn nur so können deren Interpretationen in der Erzeugungsphase von Personas berücksichtigt werden. Sämtlichen Projektbeteiligten könnte dazu in mehreren Sitzungen der jeweils aktuelle Stand der Personas präsentiert werden und in einer Gruppendiskussion über Eigenschaften und Namen der Personas gesprochen und diskutiert werden. Dabei gilt es sämtliche Kommentare zu den Namen zu erlauben und Vorurteile offen auszusprechen. Grundsätzlich empfiehlt es sich auf Namen von direkten Beteiligten (z.B. Vornamen von Programmierern) bewusst zu verzichten. Wenn auch nicht direkt als Projektbeteiligt zu betrachten, sollte dieser bewusste Verzicht auch die Personen aus dem direkten Projektumfeld (z.B. Geschäftsführung) berücksichtigen, also Mitarbeiter aus dem gleichen Unternehmen, auch wenn sie nicht am Projekt oder Produkt beteiligt sind.

Der Aufwand für die Berücksichtigung dieser Maßnahmen ist im Vergleich zum Nutzen verhältnismäßig gering und sollte bei keinem Einsatz der Personas unberücksichtigt bleiben. Aber Vorsicht: Die Wahrnehmung von Namen verändert sich mit der Zeit und gerade kurzfristig populäre Personen (z.B. Teilnehmer in Castingshows) können sehr schnell Vornamen mit Assoziationen verbinden. Diese Effekte halten zwar auch nicht lange an, sind jedoch zur Zeit der Personaerstellung zu beachten.

Siehe auch:

Folien zu „UX in den frühen Phasen des Innovationsprozesses“

Am Montag habe ich auf der Usability Professionals mit Jens Pietschmann zusammen einen Vortrag gehalten zum Thema „UX in den frühen Phasen des Innovationsprozesses“. Die Folien dazu findet ihr nun unter Slideshare. Uns hat der Vortrag und auch die Vorbereitung darauf sehr viel Spaß gemacht und ich möchte mich für das Feedback und auch für die kritischen Fragen bedanken. Das alles hilft uns den Ansatz zu verbessern und weiter auszubauen.

UX als nicht-funktionale Anforderung

Die User Experience eines Produkts wird mittlerweile als wichtige Produktqualität wahrgenommen. Der Boom UX bezogener Stellenausschreibungen zeigt dies offensichtlich. Jedoch zeigen die Diskussionen der Teilnehmer auf der Usability Professionals 2012, dass dieses Relevanzverständnis nicht in allen Schichten der Entscheidungsträger angekommen ist. Betrachtet man aber die Relevanz der Produktqualität UX, so muss diese in der Produktentwicklung berücksichtigt werden. Jedoch ist ein unkoordinierten Entwickeln erfahrungsgemäß nicht zielführend. Die Aufnahme der UX als nicht-funktionale Anforderung an ein Produkt könnte nutzbringend sein, ist jedoch durch eine bedingte Messbarkeit der UX sehr schwierig. Wir können die reflektierte UX durch den UEQ und die momentane UX durch die Valenzmethode messen, aber die antipizierte UX scheint beinahe nicht vorhersagbar. Durch Expertenschätzungen ist dies nur eingeschränkt möglich.
Dennoch macht es Sinn die UX in Form harter Zahlen (zum Beispiel Ausprägungen in der Messung durch den UEQ) in der strategischen Produktplannung einzubeziehen. Damit bekommt es den gleichen Stellenwert wie andere Eigenschaften wie Performance, Ästethik oder Usability und kann immer wieder herangezogen werden um die Zielereichung zu kontrollieren und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen.