Retrospektive Agile Cologne 2013

Am letzten Freitag, dem 22.11.2013, war ich in Köln auf der ersten Agile Cologne. Sie fand ab 12:30 Uhr im Startplatz im Mediapark statt und ließ durch die Organisation als Open Space viel Spielraum für spannende Themen. Deshalb war die Auswahl der Sessions auch gar nicht so einfach. Viele interessante Themen lagen parallel und nicht alle Konflikte konnten während des Marketplace aufgelöst werden. Dennoch habe ich mich irgendwann für Themen entschieden. Ich besuchte die Runden zu den Themen Motivation zu „gutem“ Verhalten, #NoEstimates, Instrumente für die Retrospektive/Retrospiele und blickte mal in die ein oder andere Runde. Besonders wertvoll waren aber die Gespräche daneben auf dem Flur, an der Kaffeemaschine und am Kicker. Es ist immer wieder gut andere Erfahrungen zu hören und sich gegenseitig Anregungen mit auf den Weg zu geben. Den Austausch muss ich für mich jetzt in Handlungen verwandeln und mal sehen was es bringt. Weiterlesen Retrospektive Agile Cologne 2013

Folien zu meinem Vortrag beim WUD in Siegen

Hier sind die Folien zu meinem Vortrag “UX in der agilen Produktplanung” vom World Usability Day in Siegen. Mir ging es darum zu zeigen, wie man UX als summativen Effekt aus unzähligen Einzelfaktoren in den agilen Planungsprozess integrieren kann. So kann gezielt an Produkten mit positiver User Experience entwickelt werden, also ohne das reine Bauchgefühl bei der Priorisierung. Weiterlesen Folien zu meinem Vortrag beim WUD in Siegen

Folien zum Vortrag „Kanban und UX“

Die Folien zu unserem Vortrag „Kanban und UX“ sind nun online. Gemeinsam mit Eva-Maria SchönJan Uhlenbrok und Jörg Thomaschewski stellte ich Möglichkeiten zur Integration von nutzerzentrierten Arbeitsprozessen in Kanban vor. Des Weiteren haben wir Artefakte vorgeschlagen, die eingesetzt werden sollten, um die Nutzerzentrierung zu verbessern. Weiterlesen Folien zum Vortrag „Kanban und UX“

Folien zum Tutorial „Schätzen der User Experience“

Am letzten Sonntag hatten Jens Pietschmann und ich unser Tutorial zum Thema „Schätzen der User Experience“. Mit über 20 Teilnehmern waren unsere Kapazitäten mehr als voll ausgelastet und die Warteliste war lang. Nachdem wir die Grundlagen vermittelt haben, haben wir die Teilnehmer angehalten insgesamt zwei Übungen durchzuführen, bei denen jeweils Produktideen entwickelt und direkt bewertet werden sollten. Es war unglaublich, wie viele gute Ideen dabei entwickelt wurden. Die wahrgenommen Kreativität war einfach berauschend und genauso sollte es auch sein. Ich möchte mich hier noch einmal besonders bei den Teilnehmern bedanken. Es hat viel Spaß gemacht!

Usability Professional 2013

Am Samstag geht es los. Ich fahre nach Bremen zur diesjährigen Mensch und Computer, welche wieder einmal gemeinsam mit der Usability Professionals und der DeLFI stattfindet. Die Fachtagung ist immer einer der fachlichen Höhepunkte meines Jahres, denn neben vielen interessanten Vorträgen und Tutorien lernt man spannende Leute kennen und kann sich hervorragend austauchen. Weiterlesen Usability Professional 2013

CPUX-F – Eine Retrospektive

Am 13.06. und 14.06. war ich in Berlin habe am ersten Intensivseminar zum „Certified Professional for Usability and User Experience (CPUX) – Foundation Level“ und der anschließenden Prüfung teilgenommen. Das Intensivseminar wurde von DialogDesign und ProContext Consulting GmbH in den Räumen der artop GmbH durchgeführt, weshalb Thomas Geis und Rolf Molich das Seminar durchführten. Die anschließende Prüfung wurde durch die German UPA durchgeführt, aber alles der Reihe nach. Weiterlesen CPUX-F – Eine Retrospektive

Folien zu „Intellektuelles Kapital im Dienste der UX“

Gestern habe ich einen Vortrag am Institut für Wirtschaftsinformatik der Jade HS zum Thema „Intellektuelles Kapital im Dienste der User Experience“ gehalten, dessen Folien ich soeben bei Slideshare hoch geladen habe.
Nachdem ich einiges an Fahrzeit angesammelt hatte (Köln und Wilhelmshaven sind suboptimal durch die Bahn verbunden), möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal für die sehr nette Betreuung vor Ort bedanken! Ich hab mich sehr wohl gefühlt.

Vortrag an der Jade HS

Am 18. April halte ich einen Vortrag am Institut für Wirtschaftsinformatik der Jade HS zum Thema „Intellektuelles Kapital im Dienste der User Experience“. In diesem Vortrag möchte ich mich der Frage stellen, wie Fähigkeiten und Wissen von Mitarbeitern und Beziehungen zu anderen Unternehmen genutzt werden können, um Produkte von besonderer Güte und einem herausragenden Nutzungserlebnis zu schaffen. Ebenso werde ich auf Prozesse und die daraus resultierenden Strukturen eingehen. Die Folien stelle ich anschließend natürlich wieder online. Ich freue mich auf den Norden und hoffe, dass das Wetter bis dahin nicht mehr so frostig ist.

IA Konferenz 2013

Am 3. und 4. Mai findet in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin die diesjährige IA Konferenz statt. Dieses Jahr steht sie unter dem Motte „Prozess. Dialog. Qualität.“ und bezieht sich auch auf agile Prozesse und konkrete Erfahrungen des agilen Alltags. Aus diesem Grund halte ich einen Vortrag zum Thema UX in der agilen Produktplanung, in dem ich Erfahrungen und Vorgehensweisen vorstellen werde, die UX bereits in sehr frühen Planungsphasen berücksichtigen. Ich möchte die Fragen beantworten, wie kann man die User Experience trotz ihrer Komplexität in der agilen Planung berücksichtigen kann, obwohl man unter Umständen noch in der Ideenfindung ist, und wie Ideen in geeigneter Form aufbereitet werden, um ein Product Backlog für einen nach Scrum organisierten Entwicklungsprozess aufzubauen.

Das Hotel und die Konferenz sind gebucht und ich freue mich schon sehr auf die Konferenz. Da ich zum ersten Mal dort hin fahre, weiß ich nicht genau was mich erwartet. Die Referentenliste lässt aber viel Gutes erhoffen. Vielleicht sieht man sich ja dort?

 

Nicht-funktionale Anforderungen als User Stories

Werden in einem nach Scrum organisierten Entwicklungsprozess die Anforderungen in Form von User Stories beschrieben, stehen diese für einzelne Features bzw. Aufgabenpakete mit Mehrwert für den User. Betrachtet man jedoch die ganze Palette von Anforderungen, die ein Anwender an sein Softwareprodukt stellt, so fällt auf, dass die nicht-funktionalen Anforderungen nicht als User Stories formuliert werden. Wie kann man aber eben diese wichtigen Anforderungen, die nicht 1-zu-1 auf Features runter gebrochen werden können, in die Anforderungsdokumentation in Form von User Stories in Scrum verorten?

Damit nicht-funktionale Anforderungen messbar umgesetzt werden können, müssen diese vorher in quantifizierbare Einheiten zerlegt werden. Zum Beispiel gibt es die nicht-funktionale Anforderung „Die Anwendung soll performant sein“, welche ohne weiteres nie auf Erfüllung geprüft werden kann. Die Beurteilung würde dann nicht anhand objektiver Kriterien sonder subjektiv erfolgen. Damit aber eine objektive Bewertung erfolgen kann, muss die noch sehr abstrakte Anforderung in quantifizierbare Teilanforderungen zerlegt werden. Dem entsprechend könnten aus der oben genannten Anforderung folgende Teilanforderungen hervorgehen:

  • Die Antwortzeit bei einer Datenabfrage soll auf dem Referenzsystemen in weniger als 200 ms erfolgen.
  • Auf Aktionen des Nutzers soll innerhalb von 200 ms auf dem Referenzsystemen eine Reaktion angezeigt werden.
  • Der Start der Anwendung soll auf den Referenzsystemen nicht länger als drei Sekunden dauern.

Diese beispielhaften und sicherlich nicht vollständigen Teilanforderungen verhalten sich zu der eigentlichen Anforderung genauso wie User Stories zu Epics. Während der Kunde  hauptsächlich eine performante Software möchte („Als Anwender möchte ich eine performante Anwendung haben, damit ich schnell und ohne Wartezeit meine Arbeiten erledigen kann.“), gilt es diese für die vertragliche Basis in messbare Eigenschaften zu zerlegen. Diese zerlegten Teilanforderungen müssen letztlich irgendwie in die Formulierung von User Stories einfließen. In der Definition of Done können die quantifizierbaren Teilanforderungen, sofern sie verallgemeinerbar sind (z.B. „Alle Datenabfragen müssen unter 300 ms ausgeführt werden“, „Alle Inhalte müssen semantisch ausgezeichnet sein“, etc.), aufgeführt werden. Ein großer Vorteil der User Stories liegt jedoch in der Diskussion zwischen Entwicklerteam und Product Owner. Daher erscheint es sinnvoll, dass diese Teilanforderungen in ähnlicher Art verfasst werden. Dies ermöglicht des Weiteren ein besseres Verständnis für den Mehrwert der Anforderung auf Nutzerseite durch die Begründung („damit ich schnell und ohne Wartezeit meine Arbeiten erledigen kann“). Da in der Regel die Fachexpertise über das technisch Machbare beim Entwicklerteam liegt, der Product Owner aber für den wirtschaftlichen Erfolg des Projekts (oder Produkts) verantwortlich ist, hilft die Diskussion ein, im Spannungsfeld zwischen Aufwand und Nutzen, optimales Erzeugnis zu schaffen. Neben der Machbarkeit im Verhältnis zum Aufwand können auch weitere Punkte, wie beispielsweise die Behandlung von Grenzfällen, geklärt werden. Die Diskussion ermöglicht dadurch eine Vervollständigung der Teilanforderungen, zumindest wenn ein offener Dialog geführt wird.

Eine User Story zur Abstimmung einer nicht-funktionalen Anforderung könnte wie folgt aussehen:

User Story

Als Anwender möchte ich eine performante Anwendung haben, damit ich schnell und ohne Wartezeit meine Arbeiten erledigen kann.

Akzeptanzkriterien

  • Die Antwortzeit bei einer Datenabfrage soll auf dem Referenzsystemen in weniger als 200 ms erfolgen.
  • Auf Aktionen des Nutzers soll innerhalb von 200 ms auf dem Referenzsystemen eine Reaktion angezeigt werden.
  • Der Start der Anwendung soll auf den Referenzsystemen nicht länger als drei Sekunden dauern.

Da diese Anforderungen jedoch bei vielen einzelnen User Stories integriert sein werden, ist der Aufwand für die Realisierung nicht einfach zu schätzen. Die Schätzung in Form von Story Points scheint schlichtweg nicht möglich, da diese User Stories immer erfüllt werden müssen und in die Schätzungen der User Stories für funktionale Anforderungen einfließen. Sind die nicht-funktionalen Anforderungen jedoch in dieser Form aufgeführt und besprochen, können sie als Anhang oder durch ihre Akzeptanzkriterien direkt zur Definition of Done hinzugefügt werden. Wird die Anzahl der nicht-funktionalen Anforderungen übersichtlich gehalten, können die User Stories mitsamt der Definition of Done ausgehangen werden. Natürlich empfiehlt es sich dann auch, wie bei der Definition of Done üblich, diese von Zeit zu Zeit zu überprüfen und auf die veränderten Gegebenheiten eines Projekts oder Produktumfelds hin zu aktualisieren.

Abschließend ist ein großer Vorteil von separaten User Stories für nicht-funktionale Anforderungen, dass sich die Anforderungen nicht mehr in den normalen User Stories verstecken, sondern an einer zentralen Stelle definiert sind. Dadurch werden sie nicht übersehen, zumindest nicht, wenn die Definition of Done regelmässig geprüft wird. Daher ein klares Ja für nicht-funktionale Anforderungen als User Stories!