CPUX-F – Eine Retrospektive

Am 13.06. und 14.06. war ich in Berlin habe am ersten Intensivseminar zum „Certified Professional for Usability and User Experience (CPUX) – Foundation Level“ und der anschließenden Prüfung teilgenommen. Das Intensivseminar wurde von DialogDesign und ProContext Consulting GmbH in den Räumen der artop GmbH durchgeführt, weshalb Thomas Geis und Rolf Molich das Seminar durchführten. Die anschließende Prüfung wurde durch die German UPA durchgeführt, aber alles der Reihe nach.

Die Anmeldung zum Intensivseminar (inkl. Zertifizierungsprüfung) lief über Xing. Sie war schnell zu erledigen und problemlos. Informationen kamen rechtzeitig und so konnte man seine Reise nach Berlin entsprechend zeitig und stressfrei planen. Vor Ort war alles gut ausgeschildert, so dass man den Raum sehr einfach gefunden hat.

Inhaltlich baute das Seminar auf dem Curriculum der German UPA, einem Ergebnis des Arbeitskreis Qualitätsstandards, auf. Dementsprechend begannen wir mit dem Lernen und Verstehen der grundlegende Begriffe und ihrer jeweiligen Definition. Hier erwartete ich für mich den größten Nutzen, da nicht für alle Begriffe in meinem Kopf eine genormte Definition vorlag. Nachdem wir die Begriffe verinnerlicht hatten, gingen wir weiter zum Nutzungskontext. Wir besprachen, wie dieser zu verstehen und zu spezifizieren ist. Daraus abgeleitet wurden die Nutzungsanforderungen, welche zur Entwicklung von Designlösungen herangezogen werden. Auch die anschließende Evaluation durch Usability Tests und anderer Methoden wurde angerissen und besprochen. Abschließend wurden Prozessmanagement und die Verwendung der Methoden in den Prozessen besprochen. Nach einigen Folien kamen immer wieder Übungsfragen, die wir in der Gruppe durch Hochhalten von Nummern beantworten konnten. Diese waren bereits im Stil der Prüfungsfragen formuliert. Des Weiteren wurden immer wieder Übungen eingeschoben, die wir zu zweit durchgeführt haben. Dies fand ich sehr gut, brachte es uns doch in die Lage die gerade erst gelernten Inhalte besser zu vertiefen.

Am Ende konnten wir eine Generalprobe der Zertifizierungsprüfung durchführen und unsere Ergebnisse anschließend besprechen. Hier offenbarte sich für mich auch der wirkliche Nutzen eines vorgelagerten Seminars. Wie im beruflichen Alltag ist vieles sehr interpretativ. Bei einer Frage ging es beispielsweise um Maßnahmen zur Steigerung der Barrierefreiheit einer Website. Ich wählte die Antwort „Durchführung eines Usabilitytests mit Schwerpunkt Barrierefreiheit“ bewusst nicht aus, da in meiner Vorstellung ein solcher Test ausschließlich dem reinen Erkenntnisgewinn dient. Es finden folglich keine zwingenden Maßnahmen zur Verbesserung statt. Allerdings war dies eine gewünschte Antwort, da Verbesserungen aus den Erkenntnissen des Usabilitytests mit in dieser Antwort verstanden wurden. Glücklicherweise kam eine solche Frage dann auch in der Zertifizierungsprüfung dran und ich konnte sie zufriedenstellend lösen.

Thomas Geis und Rolf Molich können beide auf viel Erfahrung zurückgreifen. Dies bereicherte das Seminar enorm. Gerade bei Rückfragen konnten man vom großen Wissens- und Erfahrungsschatz profitieren. Dabei war die Atmosphäre und die Gesprächskultur stets angenehm. Auf Fragen wurde sehr gut eingegangen und man bekam aus dem Stehgreif Hinweise, wie man an weitere Informationen zu Seitenthemen kommen konnte (Studien, weitere Autoren und Bücher, etc.).

Der Veranstaltungsort war, wie bereits genannt, in den Räumlichkeiten der artop GmbH. Für die Anzahl an Teilnehmern (15) war der Raum sehr gut geeignet. Während der Übungsaufgaben konnten wir später auch in den Vorraum und den Nachbarraum. Als Verpflegung gab es Minaralwasser, Apfelsaft, Tee und Kaffee, sowie Süßigkeiten und mittags belegte Brötchen in ausreichender Anzahl.

Die anschließende Zertifizierungsprüfung wurde organisatorisch vom Intensivseminar getrennt durch die German UPA durchgeführt. Die Fragen waren in der vorgegeben Zeit von 75 Minuten locker zu beantworten, wobei ich nach etwa 45 Minuten fertig war. Wichtig zu wissen ist es, dass immer die „signifikant richtigere Antwort“ gewählt werden sollte. Wie bereits zuvor geschrieben, können die Fragen und Antworten manchmal von verschiedenen Personen unterschiedlich aufgefasst werden. Umso besser, dass wir im Seminar bereits Fragen durchgegangen sind. Im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern hatte ich mir nämlich nicht die öffentlich zugänglichen Beispielfragen angesehen.

Nachdem ich nun die Ergebnisse meiner Zertifizierung bekommen habe, kann ich mit Gewissheit sagen, was ich schon direkt nach dem Intensivseminar vermutet habe. Dieses hat mich sehr gut auf die Prüfung vorbereitet! Obwohl ich mich mit den Themen schon eine ganze Weile beschäftige, sind doch gerade die grundlegenden Begriffsdefinitionen nicht so fest, wie ich es gerne hätte. Ich ging bereits mit der Erwartung dort hin, nicht mehr allzuviel neues zu lernen, aber die Grundlagen aufzufrischen und zu festigen. Dies ist vollends gelungen. Wer am Intensivseminar teilnimmt, darf nicht vergessen, dass es auf eine Foundation-Zertifizierung abzielt. Dementsprechend ist sie vor allem für Personen ohne jahrelange Erfahrung gedacht, oder eben für jene, die wie ich die Grundlagen und Definitionen noch einmal abrunden wollen. Insgesamt kann ich das Intensivseminar voll und ganz empfehlen. Die Erfahrung und der Vortragsstil der Referenten ist hervorragend. Es war eine Veranstaltung, die ich nicht missen möchte.

Vielen Dank!

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