Twitter-Zeitung

Sobald man anfängt mehrere Dienste im Netz zur Kommunikation und Informationsbeschaffung zu nutzen, verfällt man unweigerlich in den Trott, jeden Morgen jedes Medium einzelnd zu lesen. An dieser Stelle setzt das Konzept von paper.li an. Dieser Dienst erstellt aus Twitter und Facebook eine Zeitung. Dabei werden auch die Inhalte verlinkter Websites ausgewertet und entsprechend mit in die Zeitung aufgenommen. Dadurch kommen auch grafische Elemente mit ins Spiel, was den visuellen Eindruck erheblich authentischer macht.

Um eine Zeitung zu erstellen, kann man entweder sein Twitter-Konto, ein Tag oder eine Liste nutzen (oder Facebook zu Grunde legen). Besonders die Verwendung eines Tags macht paper.li interessant, da man zum Beispiel morgens die aktuellen Infos zu einem speziellen Thema lesen kann. Die Zeitung aktualisiert sich alle 24 Stunden und ist somit immer aktuell. Als Startseite eingerichtet eignet sich die Zeitung die sonst linear abgebildeten Tweets besser zu überfliegen und zu sortieren. Das spart Zeit und macht auch irgendwie Spaß, denn die Darstellung ist sehr gelungen. Die Zeitungsmetapher wird sinnvoll herangezogen und konsequent genutzt. Ein schönes Beispiel ist das Erstellen einer Zeitung. Die benötigte Zeit, um die ganze Daten auszuwerten wird durch eine Animation aufgelockert, die eine Zeitungspresse darstellt. Die Zeitung befindet sich also „im Druck“.

Ist die Zeitung erstmal erstellt, kann man sie sehr einfach als RSS-Feed bestellen. Sie wird dann „täglich geliefert“. Da man vielleicht auch eine Zeitung herausgeben will, kann man seine Zeitung auch über Twitter anpreisen oder auf der eigenen Website einbinden. Vielleicht werden wir bald alle Zeitungsverleger? Das einzige, dass mir bisher fehlt ist ein PDF-Export oder eine anständige Druckversion. Ich fände es nicht schlecht, wenn ich eine richtige Zeitung drucken könnte. Angesichts der Verlinkungen der Teaser und den dahinter liegenden Websites ist das vielleicht wenig sinnvoll. Für mich wäre aber die Möglichkeit schon interessant… aber schwerwiegend ist das nicht.

Der Dienst ist zwar erst in einem Alpha-Status, produziert aber schon jetzt interessante Ergebnisse. Beispiele finden sich auch ohne Anmeldung in öffentlichen Zeitungen. Momentan schein eher die Rechenkapazität beschränkt zu sein aber auch das wird sich bei einem „reifen“ des Dienstes naturgemäß erledigen. Ich freue mich einen neuen Dienst zur Verfügung zu haben, der mir hilft Informationen zu bekommen und zu konsumieren. Vielen Dank!

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